"Sag' mal was" - Sprachförderung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis

Eine Fachtagung der Baden-Württemberg Stiftung
am 29. und 30. April 2009 in Stuttgart

Der Aufsichtsrat der BW Stiftung hat im Jahr 2002 beschlossen, das Programm "Sag' mal was – Sprachförderung für Vorschulkinder" ins Leben zu rufen. Damit verfolgte die BW Stiftung das Ziel, die individuellen Bildungs- und Lebenschancen von Kindern durch Unterstützung des Spracherwerbs zu verbessern.

 

Das Programm "Sag' mal was" steht für zusätzliche intensive Sprachförder-
maßnahmen für Kinder in Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg. Zielgruppe sind Kinder, die ein bis zwei Jahre vor Schuleintritt noch keine altersgemäßen Sprachkenntnisse des Deutschen aufweisen können.

Von Anfang an sah die Programmstruktur vor, "Sag' mal was" wissenschaftlich begleiten zu lassen, um die daraus hervorgehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Impulse zur Weiterentwicklung des "lernenden Programms" nutzen zu können. Daher sollte die wissenschaftliche Begleitung neben der Überprüfung der Wirksamkeit der Sprachfördermaßnahmen auch die Gelingensbedingungen von Sprachförderung analysieren.

Die Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Weingarten, die mit unterschiedlichen Fragestellungen und Zielsetzungen an die Aufgabenstellung herangegangen sind, wurden im Jahr 2005 mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt. Ende 2008 wurden nun beide Projekte abgeschlossen, im Frühjahr 2009 liegen die Abschlussberichte vor.

Über die beiden wissenschaftlichen Begleitstudien hinaus beauftragte die BW Stiftung Prof. Dr. Rosemarie Tracy (Universität Mannheim) und Prof. Dr. Petra Schulz (Universität Frankfurt) mit der Entwicklung des Sprachstands-diagnoseverfahrens "LiSe-DaZ". Die Evaluation der MultiplikatorInnen-Qualifizierung wurde von Univation (Institut für Evaluation, Köln) durchgeführt.


  

Die BW Stiftung hat bei der Fachtagung "Sag' mal was - Sprachförderung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis" am 29. und 30. April 2009 im Haus der Wirtschaft, Stuttgart, ein Forum geboten, die Erträge und Befunde aus der wissenschaftlichen Begleitung mit Experten aus Wissenschaft und Praxis zu diskutieren. Ergänzend wurden Erkenntnisse und Erfahrungen aus thematisch vergleichbaren Evaluationsstudien in die Diskussion einbezogen. Dabei wurden Fragen diskutiert wie: "Welches sind geeignete Instrumente und Methoden für die Evaluation von Sprachfördermaßnahmen?", "Welche Forschungsfragen sind offen geblieben?", "Welche Faktoren sind bei Sprachfördermaßnahmen besonders zu beachten?" und "Welche Kompetenzen benötigen Sprachförderkräfte?".

Die anwesenden Experten haben den Nutzen der Sprachfördermaßnahmen unterstrichen. Sie hoben jedoch hervor, dass zum einen die Durchführungsqualität der Sprachfördermaßnahme noch verbessert werden muss und zum anderen noch weiterer Forschungsbedarf besteht.
 

Die BW Stiftung wird die Beiträge, Präsentationen und Diskussionen der Fachtagung als Publikation veröffentlichen.

 

 

letzte Änderung: 13.04.2010 Seite drucken

In Kooperation mit
Landesinstitut für Schulentwicklung Zukunft aus Baden-Württemberg